Reise in eine längst vergangene Zeit – Exkursion der Lateinschülerinnen und –schüler an den Golf von Neapel und nach Rom (3. – 9. Juli 2009)


Wie bereits alle zwei Jahre Tradition machten sich auch heuer wieder nach der Schlusskonferenz interessierte Lateinschülerinnen und –schüler aus den 6. und 7. Klassen mit ihren Lehrkräften auf den Weg in Richtung Süden. Erstmals sollte diesmal nicht nur die „Ewige Stadt“ im Mittelpunkt stehen, ja es ging zunächst noch ein paar hundert Kilometer weiter südwärts an den Golf von Neapel. Nirgendwo spiegelt sich Vergangenheit lebendiger als in Pompeji und Herculaneum und bereits Goethe hat festgestellt: „Es ist viel Unheil in der Welt geschehen, aber wenig, das den Nachkommen so viel Freude gemacht hätte. Ich weiß nicht leicht etwas Interessanteres.“ (Italienische Reise, 1829) Bei drückender Hitze – so mag es auch an jenem verhängnisvollen Tag des 24. August 79 n. Chr. gewesen sein – betraten wir die antiken Städte. Unter den Ausführungen „unserer“ Nathalia wurden die Ruinen lebendig: Wir streiften durch gepflasterte Straßen, lasen die „Wahlplakate“ und nicht immer jugendfreien Graffiti aus ferner Zeit an den Häuserwänden, bewunderten Anlage und Ausstattung so mancher Stadtvilla, labten uns nach einem Großbäckereibesuch an einem der zahlreichen Thermopolien, besichtigten leicht verschämt das berühmte Lupanar und suchten Erholung in den kühlen Gewölben der Thermenanlage. Und so manchem rieselte trotz brütender Hitze im „Garten der Fliehenden“ beim Anblick der in Gips gegossenen Körperformen von Menschen, die vergeblich versucht hatten, dem Inferno zu entfliehen, ein leichter Schauer über den Rücken. Gestärkt durch die Annehmlichkeiten unseres Hotels in Castellammare wanderten wir am zweiten Tag über die phlegräischen Felder – für empfindliche Nasen eine Qual - , kletterten durch die Ruinen des mondänen antiken Badeortes Baiae und stiegen in die wunderbar erhaltene Piscina mirabilis, eine riesige Zisterne für Süßwasser, errichtet zur Versorgung der römischen Flotte, hinab. Bevor wir den Golf von Neapel und eine vor Rührung (musikalischer Abschiedsgruß unserer Schülerinnen und Schüler) weinende Nathalia in Richtung Rom verließen, betraten wir noch die gewaltige Grotte der Sibylle von Cumae – natürlich zwecks eines Glück verheißenden Orakelspruchs!

Die folgenden Tage verbrachten wir mit unserer seit Jahren bewährten Führerin Anna in Rom. Colosseum, Forum Romanum, Palatin und Kapitol, Circus Maximus, Marcellustheater, Pantheon und Ara Pacis – wohl bekannt aus dem Unterricht – riefen Bewunderung hervor, ebenso der Petersdom und der herrliche Rundblick von der Kuppel. Beim Besuch der Basilika San Clemente bot sich uns ein Einblick in die Kontinuität des Bauens beginnend zur Zeit des Augustus bis in die Gegenwart. Eine Führung durch die Domitilla-Katakomben führte uns in die frühchristliche Welt und beim Anblick von Berninis Skulptur „Apollo und Daphne“ in der Galleria Borghese gedachte sicherlich die/der eine oder andere an die Mühen, die die Übersetzung der Verse von Daphnes Verwandlung in Ovids Metamorphosen gekostet hat. Natürlich besichtigten wir auch die Spanische Treppe, die Piazza Navona mit dem seit „Illuminati“ noch bekannteren Vier-Ströme-Brunnen und genossen das beste Eis in Rom an der Fontana di Trevi, selbstverständlich erst, nachdem wir die „Rückkehr-nach-Rom-Münze“ über die linke Schulter in den Brunnen geworfen hatten. Während unseres Aufenthaltes in Rom residierten wir wie gewohnt im Hotel Polentone in Rocca di Papa, eine wie für uns geschaffene Unterkunft – Rom liegt uns dort im wahrsten Sinne des Wortes zu Füßen. Etwas müde, aber mit zahlreichen wunderbaren Eindrücken kehrten wir am Donnerstag gegen 8:00 morgens zurück – gerade rechtzeitig zum Schlussgottesdienst. Abschließend seien auch noch das vorbildliche Verhalten und das große Interesse unserer Schülerinnen und Schüler lobend zu erwähnen.

Mag.a Elisabeth Peterseil Mag. Dr. Andreas Thiel


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© 10/2009, Adalbert Stifter Gymnasium