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Wie bereits alle zwei Jahre
Tradition machten sich auch heuer wieder nach der Schlusskonferenz
interessierte Lateinschülerinnen und –schüler aus den 6. und 7.
Klassen mit ihren Lehrkräften auf den Weg in Richtung Süden.
Erstmals sollte diesmal nicht nur die „Ewige Stadt“ im Mittelpunkt
stehen, ja es ging zunächst noch ein paar hundert Kilometer weiter
südwärts an den Golf von Neapel. Nirgendwo spiegelt sich
Vergangenheit lebendiger als in Pompeji und Herculaneum und bereits
Goethe hat festgestellt: „Es ist viel Unheil in der Welt geschehen,
aber wenig, das den Nachkommen so viel Freude gemacht hätte. Ich
weiß nicht leicht etwas Interessanteres.“ (Italienische Reise, 1829)
Bei drückender Hitze – so mag es auch an jenem verhängnisvollen Tag
des 24. August 79 n. Chr. gewesen sein – betraten wir die antiken
Städte. Unter den Ausführungen „unserer“ Nathalia wurden die Ruinen
lebendig: Wir streiften durch gepflasterte Straßen, lasen die
„Wahlplakate“ und nicht immer jugendfreien Graffiti aus ferner Zeit
an den Häuserwänden, bewunderten Anlage und Ausstattung so mancher
Stadtvilla, labten uns nach einem Großbäckereibesuch an einem der
zahlreichen Thermopolien, besichtigten leicht verschämt das berühmte
Lupanar und suchten Erholung in den kühlen Gewölben der
Thermenanlage. Und so manchem rieselte trotz brütender Hitze im
„Garten der Fliehenden“ beim Anblick der in Gips gegossenen
Körperformen von Menschen, die vergeblich versucht hatten, dem
Inferno zu entfliehen, ein leichter Schauer über den Rücken.
Gestärkt durch die Annehmlichkeiten unseres Hotels in Castellammare
wanderten wir am zweiten Tag über die phlegräischen Felder – für
empfindliche Nasen eine Qual - , kletterten durch die Ruinen des
mondänen antiken Badeortes Baiae und stiegen in die wunderbar
erhaltene Piscina mirabilis, eine riesige Zisterne für Süßwasser,
errichtet zur Versorgung der römischen Flotte, hinab. Bevor wir den
Golf von Neapel und eine vor Rührung (musikalischer Abschiedsgruß
unserer Schülerinnen und Schüler) weinende Nathalia in Richtung Rom
verließen, betraten wir noch die gewaltige Grotte der Sibylle von
Cumae – natürlich zwecks eines Glück verheißenden Orakelspruchs!
Die folgenden Tage verbrachten
wir mit unserer seit Jahren bewährten Führerin Anna in Rom.
Colosseum, Forum Romanum, Palatin und Kapitol, Circus Maximus,
Marcellustheater, Pantheon und Ara Pacis – wohl bekannt aus dem
Unterricht – riefen Bewunderung hervor, ebenso der Petersdom und der
herrliche Rundblick von der Kuppel. Beim Besuch der Basilika San
Clemente bot sich uns ein Einblick in die Kontinuität des Bauens
beginnend zur Zeit des Augustus bis in die Gegenwart. Eine Führung
durch die Domitilla-Katakomben führte uns in die frühchristliche
Welt und beim Anblick von Berninis Skulptur „Apollo und Daphne“ in
der Galleria Borghese gedachte sicherlich die/der eine oder andere
an die Mühen, die die Übersetzung der Verse von Daphnes Verwandlung
in Ovids Metamorphosen gekostet hat. Natürlich besichtigten wir auch
die Spanische Treppe, die Piazza Navona mit dem seit „Illuminati“
noch bekannteren Vier-Ströme-Brunnen und genossen das beste Eis in
Rom an der Fontana di Trevi, selbstverständlich erst, nachdem wir
die „Rückkehr-nach-Rom-Münze“ über die linke Schulter in den Brunnen
geworfen hatten. Während unseres Aufenthaltes in Rom residierten wir
wie gewohnt im Hotel Polentone in Rocca di Papa, eine wie für uns
geschaffene Unterkunft – Rom liegt uns dort im wahrsten Sinne des
Wortes zu Füßen. Etwas müde, aber mit zahlreichen wunderbaren
Eindrücken kehrten wir am Donnerstag gegen 8:00 morgens zurück –
gerade rechtzeitig zum Schlussgottesdienst. Abschließend seien auch
noch das vorbildliche Verhalten und das große Interesse unserer
Schülerinnen und Schüler lobend zu erwähnen.
Mag.a Elisabeth Peterseil Mag.
Dr. Andreas Thiel |
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