BADEKULTUR

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Stellenwert der Bäder in Rom

Balnea, vina, Venus corrumpunt corpora nostra,
sed vitam faciunt. b(alnea), v(ina), V(enus).

(Die Bäder, die Weine, die Liebe, sie ruinieren unsere Körper,
aber sie machen das Leben aus: die Bäder, die Weine, die Liebe).

Dieses Sprichwort wurde auf dem Grabstein einer Sklavin aus dem kaiserlichen Haushalt gefunden. Der Verfasser kritisiert auf der einen Seite die Verweichlichung der Römer durch den Luxus, was er im nächsten Absatz aber sofort widerlegt. Im eigentlichen Sinne sind der Liebesakt oder die Körperpflege nicht gefährlich, doch wenn man diese zu oft praktiziert, so kann es ungesund werden. Ein solcher Kritiker ist auch Seneca, der selbst ein leidenschaftlicher Kaltbader war, der auf die Laster der röm. Bevölkerung hinwies (z.B.: epist. 56 und 86 ). Außerdem entstanden durch Grabinschriften, wie die oben angeführte, Sprichwörter wie: ‚Wein, Weib und Gesang!'. Natürlich beeinflusste die Antike auch unsere heutige Badekultur. Sie waren Vorbilder für unsere Wellnesshotels und ähnlichem. Doch was wenige wissen, ist, dass die Römer die Badekultur nicht so stark beeinflusst haben wie die meisten zu glauben meinen. In Wahrheit haben die Griechen die Thermen ersonnen, was auch die griechischen Wörter wie: thermai ( thermae) und balaneion (balineum) , bestätigen. (siehe Rolle und Funktion der Bäder) Eines ist jedoch nur zu wahr, die Römer hatten das Badewesen geprägt und verbessert. Ohne sie hätte es nie die Fußbodenheizung oder die Dampfbäder gegeben.

Die römischen Thermae basierten im Wesentlichen auf ihren griechischen Vorbildern. Die Römer übernahmen diese Idee und verbesserten sie weiter. Zuerst waren die Thermen nicht sonderlich gefragt, doch in der Kaiserzeit gewannen sie immer mehr an Bedeutung. Diese Vermutung wird durch die zahlreichen Überreste von Thermen untermauert, welche den Glanz und die Herrlichkeit dieser architektonischen Wunderwerke erahnen lassen. Diese Faktoren führten dazu, dass die öffentlichen Badeanstalten in den Mittelpunkt des öffentlichen Lebens rückten. Doch die Thermae beschränkten sich nicht nur auf die Hygiene, sondern boten auch Sportanlagen, Bibliotheken, etc. Um diese Möglichkeiten nutzen zu können, benötigten die Römer Unmengen an Zeit. Der durchschnittliche Römer konnte diese Zeit meist nicht aufbringen und beschränkte sich auf einen kurzen Besuch zur Körperpflege. Allein die römische Oberschicht konnte diese Zeit aufbringen da sie ihre Sklaven für sich arbeiten ließen. Sie lebten nach dem Spruch:

Sechs Stunden Arbeit genügen;
Die folgenden Stunden des Tages
Rufen mit deutlicher Schrift:
‚Lebe!' den Sterblichen zu.
(Anthologia Graeca X,43)

Diese Einstellung führte zu einer exzessiven Nutzung der Badehäuser, welche mit immer ausgefalleneren Badearten lockten. Durch den wirtschaftlichen Niedergang Roms wurden die Thermen immer kleiner oder verschwanden zur Gänze. Durch Epigramme, Briefe und Berichte konnte viel über die damalige Lebensweise und die Hygiene der alten Römer herausgefunden werden. Sie vermitteln einen kleinen Einblick in die damalige Lebensart. Verbunden mit den alten Ruinen spürt man einen Teil der Glorie und der Herrlichkeit dieser Epoche. Man kann nur erahnen, welche Faszination von einem intakten Gebäude ausgehen müsste.

Plin. nat. hist. XXXVI,121

Wenn man den Überfluss an Wasser in den öffentlichen und privaten Bädern, Fischteichen, Kanälen, Häusern, Gärten, Vorstadtvillen, die Wege, die das Wasser durchläuft, die errichteten Bögen, die durchgrabenen Berge, und sich die eingeebneten Täler genau vergegenwärtigt, wird man zugestehen, dass es auf der ganzen Erde nie etwas Bewundernswerteres gegeben hat.

Quellen:


(Text verfasst von Andreas Mayer, Adalbert Stifter Gymnasium, Betreuer: Andreas Thiel)

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